Lena Lapschina Eine persönliche Geschichte über Wien
Es
war einmal, als ich zum ersten Mal in Wien war. Vielleicht war es auch das zweite oder das dritte Mal, aber nicht mehr.
Zusammen mit Jacob (der
künstlerische Direktor eines riesigen Russischen Museums) versuchten wir ein nettes Lokal zum Abendessen zu finden. Aber keine Chance - jedes Gasthaus in der
City war zugesperrt, wegen dem Wochenende oder aus einem anderen Grund.
Wir spazierten durch die düstere Stadt (so schien sie in diesen Zeiten),
aber es gab keine Hoffnung. Bei Einbruch der Nacht fanden wir uns in der Loos-Bar wieder, labten uns an Martini, Oliven und dem großartigen Interieur, dass
Adolf Loos hinterlassen hat.
Danach starteten wir Versuch Nr. 2. Doch wieder mit denselben Resultat der Erfolglosigkeit. Am Weg kamen wir in die Onyx
Bar im Dachgeschoss eines Gebäudes der Innenstadt Wiens. Sehr strikte Kleider Ordnung. Doch Jacob war mit Anzug gekleidet, wie immer, und wir waren drinnen.
Sehr stylish im Design, feines Publikum, Serviererinnen in kurzen Röcken... „Zurück in Moskau muss ich dieselbe Bar in meinem Museum
organisieren”, flüsterte Jacob.
Was haben wir gegessen? Schwer zu sagen. Natürlich einige Austern mit Krim Sekt und eine exquisite
Hühnersuppe mit Calvados, Äpfel und Trüffel - dazu erfreuten wir uns an Aurora Borealis-Cocktails.
Irgendwann war die Nacht
vorüber. Ich habe Jacob nie mehr in Wien getroffen. |