Katalin Mesterhazy Als ich um die sieben Jahre alt war, kamen wir immer zum Shoppen in diese typische Wiener Einkaufstrasse. Zu
dieser Zeit grassierte das „Gorenje Shopping Fieber” oder der „Gorenje-Tourismus”. Massenhaft Leute kauften technisches oder elektronisches
Zeug (welches nicht möglich war in Ungarn, wie zum Beispiel: Kühlschrank, Fernseher, Videoplayer) und verkauften es zuhause oder benutzten es einfach in
der Familie. Ich erinnere mich, dass ich verrückt war nach den „Westlichen süßen Rum-Kokos-Schokoladen”. Noch heute kann ich diesen
Wahnsinn spüren, wenn ich auf dieser speziellen Straße in Wien gehe. Ich muss dann etwas kaufen, ich muss shoppen. Auch wenn ich weiß, dass es
eine Sucht ist oder überflüssig ist oder unvereinbar mit meiner globalen Einstellung. Ich bin auch Teil der Konsumgesellschaft, ob ich will oder
nicht. Wenn ich ein Modegeschäft betrete, setzen sogar meine Gedanken über globale Probleme aus, obwohl ich sehr wohl weiß, dass die Kleider dieser
Firma in armen Ländern hergestellt wurden, vielleicht sogar von Kindern. Will ich wirklich etwas tun? Könnte ich? |