Hiroko Inoue Meine erste Begegnung mit Tokio Ich hatte einen sehr netten Onkel,
Shin'ichir, der mit seiner Familie in Tokio und New York lebte. In New York leitete er die Niederlassung von Mitsui Bussan, einer japanischen Handelsgesellschaft.
Hin und wieder besuchte er mein Elternhaus in Takarazuka, und jedes Mal brachte er eine Menge Spielzeug für mich mit: Stofftiere, Stoffpuppen und
Märchenbücher. Durch diese Geschenke bekam ich eine erste Vorstellung von der großen Stadt Tokio. Mein Lieblingsort in Tokio
Wisst Ihr, was „Akachochin” heißt? „Akachochin” nennt man ein volkstümliches japanisches Restaurant mit einer „roten
Laterne” davor. Das „Akachochin”, das ich in Tokio besonders gern aufsuche, befindet sich in einer Eisenbahnunterführung nicht weit vom
Yūrakuchō-Bahnhof. In dieser Gegend gibt es viele Restaurants mit traditioneller japanischer Küche. Wenn Ihr dorthin zum Essen geht, bestellt Ihr
einen Sake, einen japanischen Reiswein, und dazu „Oden”, ein beliebtes Eintopfgericht, Yakitori, gegrilltes Hühnchen und Nabe, eine kräftige
Suppe, besonders für die kältere Jahreszeit. Wenn Ihr Euch ein solches Menü auftischen lasst und zu Euch nehmt, werdet Ihr Euch im
„Akachochin” viele Freunde machen, die Euch mit einem fröhlichen „kampai” zuprosten werden. Ein Ort, vor dem ich mich
fürchte in Tokio Wenn ich mit dem Fahrstuhl auf den Tokyo Tower fahre, unter mir die große Stadt Tokio sehe, die vielen, dicht
gedrängten Gebäude und Hochhäuser ohne jedes Grün dazwischen, dann stelle ich mir manchmal vor, dass dieses ganze, riesige Häusermeer
durch ein Erdbeben zerstört wird. Davor fürchten wir uns die ganze Zeit. |