Ausstellungen SOHO in OTTAKRING Samstag, 17. Mai - Samstag 31. Mai 2008 CLOSE ENCOUNTERS IN SOHO Ort: Ragnarhof, 1. Stock Grundsteingasse 12, 1160 Wien
Eröffnung: Sa. 17.05.2008, 16.30 - 24.00 Uhr Ausstellungsdauer: 17.05.-31.05. Öffnungszeiten: 18. - 31. Mai, Di-So: 17.00 - 21.00
Ausstellungen Ragnarhof CASE HISTORY Postproduktions-Ausstellung in 10 Stationen Kuratorin: Mira
Keratová, Bratislava KünstlerInnen: Erik Binder, Henrich Borároš, Aneta Mona Chisa, Egoart (Viktor Freso, Lukas
Harustiak), Richard Fajnor, Roland Farkaš, Dorota Kenderová, Mira Keratová, Marek Kvetan, Veronika Šramatyová, Szilárd
Szabó, Lucia Tkáčová TRANSBORDER / TRANSFRONTERA Durch Umherziehen gekennzeichnete Lebensweise eines Menschen Interaktive Video-Installation Zoltan Kunckel, HU/D Neuer Nomadismus, Migration und Mobilität: MODELL DES NEUEN
NOMADISCHEN TYPUS. Service for Item Conservation, Museum and Archive of Nomadism Interaktiver Kunstraum und Multimedia Installation, 2008
Julia Erzberger (HU, D) - Kata Mesterházy (HU)
Ausstellungen Details CASE HISTORY
Postproduktions-Ausstellung in 10 Stationen Kuratorin: Mira Keratová, Bratislava Postproduktions- Präsentation von Aktionen,
Performances, Interventionen in MOE (CZ, HU, PL, SK, SLO) der letzten Jahre. CASE HISTORY beginnt mit einer umfangreichen Auslotung der Slowakischen Kunstszene.
Ein erstes Ergebnis der Recherche ergibt, dass die Mehrzahl der Kunstaktionen durch ihre sozialen Dimensionen charakterisiert sind und gesellschaftspolitische
Botschaften vermitteln. Dabei kristallisiert sich als Schwerpunkt der Projekte die Fragestellung zur Rolle des Künstlers in der Gesellschaft. Diese
selbstreflektiven Arbeiten analysieren die Rolle des Künstlers in der Öffentlichkeit durch direktes Agieren, oftmals in der eigenen Darstellung des
Künstlers. Dies in Bezug zur gesellschaftlichen Realität, geprägt von einer Situation permanenter Unterrepräsentation zeitgenössischer
Kunst, in der der Künstler seine soziale oder moralische Macht verloren hat. Schließlich scheint es auch eine Bestandsaufnahme zu sein über den
isolierten Künstler vor dem Hintergrund der kollabierten Kunst-Industrie Infrastruktur, als Resultat der reduzierten Möglichkeiten des Künstlers
sich mit dem Publikum zu konfrontieren. Die ausgewählten Arbeiten reflektieren diesen Kontext jedoch nicht auf pathetische Weise, sondern zeichnen sich durch
frische und ironische Stellungsnahmen aus. Case History präsentiert die Arbeiten als Postproduktion, gemeinsam mit den erfahrenen Kommentaren und Rezensionen
- in dokumentarischer und reflexiver Weise.
Präsentierte Arbeiten - Henrich Borároš, Roland Farkaš,
Szilárd Szabó - Csitt (Photodokumentation, 2000-2003)
- Aneta Mona Chisa, Lucia
Tkáčová - Action in Slovak National Gallery (Photodokumentation, 2000)
- Egoart group -
Author´s signing and public expose of their busts (Photo- und Videodokumentation, 2004)
- Richard Fajnor -
Poor performance (Photo- und Videodokumentation, seit 1998)
- Roland Farkaš - The artists has the right just
to lay all day and watch the sky (Photo- und Videodokumentation, 2002)
- Dorota Kenderová - On TV
(Videodokumentation, 2003)
- Mira Keratová, Lucia Tkáčová - kvalita super no problem (Photo- und
Videodokumentation, 2004)
- Marek Kvetan - Superartist (Photodokumentation, 2004)
- Veronika
Šramatyová - Come and win (Photo- und Videodokumentation, 2003)
- Lucia Tkáčová -
Bodyguards (Videodokumentation, 2003)
Zu den Arbeiten Dorota Kenderová - On
TV, 2003 Eine Intervention im realen und im virtuellen Leben; Filmmaterial aus populären Fernsehsendungen wurde mit eigenen Aufnahmen verändert
und wieder ausgestrahlt. Die Videoarbeit ironisiert Prozesse gesellschaftlichen Ruhms und stellt die Integrität der „prime time” Nachrichten und
Fakten in Frage. Zugleich wird soziale Thematik mit der Positionierung und Wahrnehmung der Kunst in der Gesellschaft verbunden.
1. Preis (SK) Essl
Award für Zentral- und Südosteuropa 2005: In der Videoinstallation „On TV” interveniert Dorota Kenderová als
„Frauen-Virus” im staatlichen Fernsehen. Immer wieder taucht sie im Hintergrund von Nachrichtensendungen und Interviews mit bedeutenden
Persönlichkeiten auf, stets an ihrem weißen Gewand erkennbar. Veronika Šramatyová - Come and win, 2003 Die Künstlerin nutzte den immerwährenden Slogan „come and win” um BesucherInnen in den Galerieraum zu locken. Unter den BesucherInnen
wurde eine Reise nach Paris verlost, die dann mit der Künstlerin verbracht werden musste. In dem Video wird die Reise dokumentiert, bei der zwei einander
fremde Personen fünf Tage miteinader verbringen. Lucia Tkáčová - Bodyguards, 2003 Die
Künstlerin stellte zwei Bodyguards ein, zur Bewachung der Eingangstüre zu einer Präsentation von StudentInnen der Kunstakademie. Die Bodyguards
ließen nur jeweils jeden vierten Besucher ein, dies ohne Erklärung. Die BesucherInnen wurden so Teil einer elitären Kunstveranstaltung , allerdings
ohne Kenntnis der Regeln. Mira Keratová, Lucia Tkáčová - kvalita super no problem, 2004 Eine
Aktion im MAK Wien, am Tag der EU-Osterweiterung, als die Slowakei der EU in feierlicher Weise beitrat. Als subversive Reaktion zur Öffnung des
Europäischen Marktes und zum Status der Slowakischen Kunst im aktuellen neo-Europäischen Kontext, wurde ein improvisierter Marktplatz im MAK veranstaltet
- mit Artefakten aus einem nicht-existierenden Kunstmarkt der Slowakei; eine Art do-it-yourself Export Slowakischer Kunst als Schwarzmarkt-Güter.
Richard Fajnor - Poor performance, seit 1998 www.fajnor.net Hier richtet sich der Fokus
auf den Künstler in eigener Repräsentanz der Kunst. Richard Fajnor als Bettler „zugunsten der Kunst” auf der Straße mit einem
Papierschild mit der Aufschrift „Künstler in Not”. Diese Strategie soll nicht auf die existentielle Not des Überlebens verweisen, sondern die
Aufmerksamkeit auf die schlechte Lage der KünstlerInnen in den „Gesellschaften im Übergang” richten. Fajnor agiert hier in Vertretung vieler
anderer, die trotz mangelnder Rahmenbedingungen ihre Berufung als KünstlerInnen nicht aufgeben und in diesem Kontext mit überraschenden und kreativen
Lösungen im finanziellen und künstlerischen aufwarten. Roland Farkaš - The artists has the right just to lay all day
and watch the sky, 2002 Roland Farkaš thematisiert den Kampf des Künstlers mit gewissen Vorurteilen der Gesellschaft, des Künstlers, der
allein auf sich gestellt ist und keinerlei Sicherheiten genießt. Der Satz „der Künstler hat das Recht, den ganzen Tag herumzuliegen und den Himmel
zu betrachten” wurde neben den Künstler platziert, der sich auf einem Lebensmittelmarkt in enstpannter Weise positionierte. Diese Performance rief viele
irritierte Kommentare von PassantInnen hervor; der Konflikt endete schließlich mit dem Einsatz der Polizei, die von aufgebrachten BürgerInnen gerufen
wurde. Egoart group - Author´s signing and public expose of their busts, 2004 www.egoart.sk Eine Performance über den „positiven gewinnbringenden Aspekt des Künstlertums”. Die
Gruppe Egoart präsentiert sich als berühmte Persönlichkeiten oder in illegalen Interventionen. Inspiriert durch die fesselnden gesellschaftlichen
Machtspiele, präsentieren sich die Mitglieder von Egoart als ebenbürtig im Umgang mit Prominenz, indem sie in der Öffentlichkeit Autogramme vergeben
oder durch die öffentliche Darstellung ihrer eigenen Büsten. Henrich Borároš, Roland Farkaš, Szilárd
Szabó - Csitt, conceptual landscape exhibition, 2002-2003 Subversive künstlerische Aaktion, die sich mit der Rezeption der
Kunst auseinandersetzt (mit den „art lovers” - Vernissagen-BesucherInnen). In einer slowakischen Kleinstadt präsentierten die drei Künstler
Landschaftsmalereien, die sie zum Spaß im Laufe eines Nachmittags produziert hatten. Das konservative mainstream Publikum, sowie der Kurator der Ausstellung
- der in das Konzept der Künstler nicht eingeweiht war - fassten die Arbeiten als wichtige und seriöse Werke auf. Zu einem späteren Zeitpunkt wurden
diese Arbeiten, gemeinsam mit dem ihnen zugrunde liegenden Konzept in einer Gruppenausstellung zeitgenössischer Kunst in Bratislava präsentiert und
danach zu einem symbolischen Preis versteigert. Aneta Mona Chisa, Lucia Tkáčová - SNG, Action in Slovak National
Gallery, 2000 www.chisa-a.net Unterwanderung einer Ausstellung - hier eine pompöse Retrospektive
Slowakischer Kunst des 20. Jahrhunderts in der Slowakischen Nationalgalerie in Bratislava. Am Eingang der Nationalgalerie waren die KünstlerInnen der
Ausstellung aufgelistet. Aneta Mona Chisa, Lucia Tkáčová fügten ihre eigenen Namen dieser Liste hinzu; diese Intervention wurde somit zu
ihrem „Kunstwerk”, mit dem sie heimlich zu dieser spektakulären repräsentativen Ausstellung beitrugen.
SNG (intrusion into the
exhibition Slovak art of the 20th century, Slovak National Gallery, Bratislava, 2000) The action-work in the Slovak National Gallery was a blatant intrusion
into a pompous retrospective exhibition of the Slovak art of the 20th century. The exhibition was a survey of the most important artists and works of Slovak recent
art history, a sort of who-is-who of Slovak art. On the list of the participants, running as a red line all around the building of the National Gallery, we found
some empty space and we inserted our names there. Marek Kvetan - Superartist, 2004 www.kvetan.net Mit dem Projekt SUPERARTIST machte sich Marek Kvetan eine vandalistische Slogan-Kampagne eines Unbekannten
gegen ihn zueigen. Marek Kvetan wurde hier in der Stadt, in der er lebt, als Psychopath, als pervers, usw. bezeichnet. Eine anonyme Kampagne, die sein Image
zerstören sollte, zugleich aber öffentliche Aufmerksamkeit auf den Künstler lenkte. Er dokumentierte diese Schriftzüge an den öffentlichen
Wänden, gestaltete damit das Poster „Superartist” und vervollständigte es mit einer Stadtkarte, in der alle Orte der Slogans angeführt
waren. TRANSBORDER / TRANSFRONTERA Durch Umherziehen gekennzeichnete Lebensweise eines Menschen Interaktive Video-Installation Zoltan Kunckel, HU/D Transborder besteht aus Videoprojektionen - der Suche nach Identität und der damit verbundenen Hinterfragung
nationaler Identität, bürokratischer Identität, politischer Identität, usw. Die Projektionen vermitteln ein Gefühl unendlicher
Mobilität. Auch wenn wir physisch immobilisiert sind, können wir uns mental bewegen. Diese Arbeit basiert auf meinem Leben als Migrant zwischen
Caracas, Budapest, und Berlin - geprägt von den Höhen und Tiefen eines Vagabunden. In der Suche nach der Identität in einem nomadischen Lebensstil
und den damit verbundenen Ankünften und Abschieden. „Abschiednehmen ist immer ein Stückchen Tod” Französisches Sprichwort
Das Video stellt die endlosen Bewegungen eines herumirrenden Nomaden dar mit Aufnahmen verschiedener Straßen Europas und Lateinamerikas. Diese Bilder
werden ergänzt durch Visualisierungen der bürokratischen Identität, mit der wir von Geburt an ausgestattet sind, und die den Grundstein legen
für die großen Unterschiede zwischen den Menschen auf der Welt. Dazu dokumentiert sind die von Menschen angelegten Grenzen der letzten 100 Jahre
Europäischer Geschichte. Neuer Nomadismus, Migration und Mobilität: MODELL DES NEUEN NOMADISCHEN TYPUS. Service for Item
Conservation, Museum and Archive of Nomadism Interaktiver Kunstraum und Multimedia Installation, 2008 Julia Erzberger (HU, D) - Kata
Mesterházy (HU) Als Servicestelle für FestivalbesucherInnen und EinwohnerInnen des Brunnenviertels mit Migrationshintergrund werden hier
persönlich wichtige Gegenstände und Geschichten über Interviews und Fotografie erfasst und archiviert und nomadische Lebenswege aufgezeichnet.
Dafür wird ein online-Raum (website) geschaffen, als virtueller Safe der wichtigsten nomadischen Güter in digitalisierten 3D Abbildungen. Dieses neue
Archiv des Nomadismus ist zeitgleich im Kunstraum bei SOHO IN OTTAKRING einsehbar, und über die Website online gestellt. Konzept
Recherche, Dokumentation, soziale Analyse, persönliche Interviews. Interaktives online-Tagebuch persönlicher Objekte. Welche Objekte könnten die
Existenz der neuen NomadInnen darstellen? Das Projekt präsentiert einen Überblick zur Recherche und der Dokumentation und öffnet einen Speicherraum
der Objekte neuer NomadInnen. Durch Prozesse der Recherche und Interviews protokollieren wir moderne NomadInnen, mit ihren Gegenständen, Objekten, Dingen, die
für sie wichtig sind und die sie auf ihren nomadischen Wegen begleiten, gemeinsam mit denen ihnen anhaftenden Geschichten. Dafür wird ein Raum
geschaffen, ein virtueller Safe der wichtigsten nomadischen Güter in digitalisierten 3D Abbildungen. Da üblicherweise auf Reisen Dinge verloren gehen,
möchten wir hierfür einen online-Raum schaffen, der wie die Email Adresse zum einzigen Fixpunkt im Leben des nomadischen Menschen wird. Auf diese
Art können diese wichtigen persönlichen Gegenstände zumindest als Abbildung gespeichert werden, als Erinnerungstücke, die auch gezeigt werden
können, wie in einem Fotoalbum. Gleichzeitig zeichnen sie die Spuren nomadischen Lebens auf, in Form der gesammelten Objekte auf den individuellen Wegen der
einzelnen NomadInnen. Da Gegenstände immer mit Erinnerungen verbunden sind, sind sie auch immer mit Geschichten verknüpft, die weiter erzählt werden
sollen. Es sind daher eher die Geschichten der ganz persönlichen Dinge, die den Speicherraum sehenswert werden lassen. Die Gegenstände selbst sind als
Schlüssel zu verstehen, die den Zugang zu den Geschichten öffnen, die uns sehr persönliche und tiefe Einblicke in das Leben moderner NomadInnen
vermitteln. Die einzelnen Objekte werden rundum fotografiert, sodass sie in der interaktiven Betrachtung im Web und in Multimedia-Anwendungen in 3D
sichtbar sind. Jedes Objekt wird mit den jeweiligen Informationen (Ursprung, erfolgte Reisen, persönliche Geschichten) präsentiert. Interview-Fragen - Wo leben Sie zurzeit? Welche Beschäftigungen haben Sie da?
- Von wo kommen Sie? Welche Staatsbürgerschaft
haben Sie? Wie oft hat diese gewechselt?
- Wie oft wechseln Sie Ihre Wohnorte?
- Welche Gegenstände nehmen Sie immer mit?
- Welche
Gegenstände würden Sie gerne mitnehmen, können aber nicht?
- Welche Gegenstände könnten Ihre Kindheit, ihre familiären Wurzeln
am besten darstellen?
Die Interviews richten sich an: Reale Personen - Im Vorfeld mit uns bekannten Personen mit migrantischen und
/oder 'nomadischen' Hintergrund
- BesucherInnen von SOHO IN OTTAKRING und BewohnerInnen des Brunnenviertels mit Migrationshintergrund
Historische Personen (über Recherche und erfolgte Dokumentationen) |