Ausstellungen SOHO in OTTAKRING Samstag, 17. Mai - Samstag 31. Mai 2008 CLOSE ENCOUNTERS IN SOHO Ort:
Ragnarhof, 1. Stock Grundsteingasse 12, 1160 Wien Eröffnung: Sa. 17.05.2008, 16.30 - 24.00 Uhr Ausstellungsdauer: 17.05.-31.05.
Öffnungszeiten: 18. - 31. Mai, Di-So: 17.00 - 21.00
Ausstellungen Ragnarhof CASE HISTORY Case History by Mira
Keratová featuring Dorota Kenderová - On TV - 2003 Veronika Šramatyová - Come And Win, 2003 Lucia
Tkáčová - Bodyguards, 2003 Mira Keratová, Lucia Tkáčová - Kvalita Super No Problem, 2004 Richard Fajnor
- Poor Performance, since 1998 Roland Farkaš - An Artist Has the Right to Just Lay around All Day Gazing at the Sky, 2002 Egoart group (Viktor
Frešo, Lukáš Haruštiak) - Authors' Signing and Public Exposure of the Artists' Busts, 2004 Henrich Boráros, Roland Farkaš,
Szilárd Szabó - Csitt, 2000-2003 Anetta Mona Chisa, Lucia Tkáčová - Action In Slovak National Gallery, 2000 Marek
Kvetan - The Superartist, 2004 TRANSBORDER / TRANSFRONTERA Durch Umherziehen gekennzeichnete Lebensweise eines Menschen
Interaktive Video-Installation Zoltan Kunckel, HU/D/YV | Video 2008 Neuer Nomadismus, Migration und Mobilität: MODELL DES
NEUEN NOMADISCHEN TYPUS. Service for Item Conservation, Museum and Archive of Nomadism Interaktiver Kunstraum und Multimedia Installation, 2008 Julia Erzberger (HU, D) - Kata Mesterházy (HU) PRAYER WHEELS Gebetsmühlen für den freien Gedankenfluss und
positive Schwingungen HINTS Institute Budapest Tamas Ilauszky, Eszter Ágnes Szabó, Sonja Makrai 22.-25.Mai 2008 Interaktive
Installation und Performance im Ragnarhof und öffentlichen Raum.
Ausstellungen Details CASE HISTORY Kuratorin:
Mira Keratová, Bratislava Case History ist eine Postproduktions- Präsentation von Live-Aktionen, Performances, Interventionen in der Slowakei
der letzten Jahre. Die Ausstellung dokumentiert die Periode von Beginn eines neuen Millenniums bis zum Jahr 2004, als die Slowakische Republik der EU beitrat. Seit
dieser Zeit haben sich die künstlerischen Aktionen und die Interaktionen der KünstlerInnen mit der Öffentlichkeit verlagert zu partizipatorischen
Zugängen, sozialen Inhalten und verschiedenen Minderheits-Initiativen. Case History überliefert die Positionen der KünstlerInnen, die mittels eigens
angepasster Dokumentation und der kuratorischen Kommentare dazu, ihre Stellung in der Gesellschaft, ihre Rolle und Verantwortungen reflektieren. Durch die
Selbstdarstellung der KünstlerInnen im Rahmen der Präsentationen und ihrer klaren Stellungnahme zu genormten gesellschaftlichen Praktiken, identifizieren
die KünstlerInnen ihre eigenen Positionen im Rahmen des spezifischen Kontextes. Die KünstlerInnen verweisen auf die gegenwärtige Situation in der
Gesellschaft, in der ihre Kunst nicht nur unterrepräsentiert und unterschätzt ist, sondern in der sie auch einen Großteil ihres sozialen und
moralischen Einflusses verloren haben. Vor dem Hintergrund einer kollabierten Infrastruktur heutiger Kunst Industrie, fühlen sie sich vereinsamt und
verbleiben isoliert. Darüber hinaus müssen sie lernen mit den limitierten Möglichkeiten der Interaktionen mit dem Publikum umzugehen, für das
sie nicht mehr die Stellung des sozialen Schamanen innehalten. Die der Ausstellung zugrunde liegende Idee war es diese selbstreflektierenden Performances dem
Publikum wieder zurückzuführen. Die Performances, die in der Zeit ihrer Durchführung bereits ihr Echo ausgelöst haben, können als Medium
heute nicht mehr getreu dieselbe Erfahrung reproduzieren (noch schwieriger ist dies im Rahmen einer Ausstellung, als durch mündliche Überlieferung). Aus
diesem Grund wurde ein Format der „Quasi-Publizierung” gewählt, das die einzelnen Arbeiten aus der Perspektive der kuratorischen Zielsetzungen
referiert. Die untersuchte Zeitspanne generierte Performances, die in einem bestimmten Aktionstyp kulminierten. Das Ausstellungskonzept konfrontiert die Idee der
Intervention im lebendigen öffentlichen Raum mit der Kunstgeschichte im Kontext ihrer andauernden ständigen Vergangenheit.
Zu den
Arbeiten Dorota Kenderová, On TV video, 2003
Eine Intervention im realen und im virtuellen Leben; Filmmaterial aus
populären Fernsehsendungen (Slowakisches Fernsehen STV, TA3, TV JOJ). wurde mit eigenen Aufnahmen verändert und wieder ausgestrahlt. Die Videoarbeit
ironisiert Prozesse gesellschaftlichen Ruhms und stellt die Integrität der „prime time” Nachrichten und Fakten in Frage. Zugleich wird soziale
Thematik mit der Positionierung und Wahrnehmung der Kunst in der Gesellschaft verbunden. Diese Arbeit erlangte den 1. Preis (SK) Essl Award für Zentral- und
Südosteuropa 2005. Veronika Šramatyová, Come and Win photo and video documentation, 2003
Die
Künstlerin nutzte den immerwährenden Slogan „Come and Win” um BesucherInnen in den Galerieraum zu locken, indem sie Werbestrategien
adaptierte. Unter den BesucherInnen wurde eine Reise nach Paris verlost, in Begleitung der Künstlerin, als „Traum-Urlaub” im Sinne der
„Ost-Europäer besuchen den Westen”-Reisen der frühen 90er Jahre. In dem Video wird die Reise dokumentiert, bei der zwei einander fremde
Personen fünf Tage miteinander verbringen. Lucia Tkáčová, Bodyguards video recording, 2003
Die
Künstlerin stellte zwei Bodyguards ein zur Bewachung der Eingangstüre zu einer Präsentation von StudentInnen der Kunstakademie. Die Bodyguards
ließen nur jeweils jeden vierten Besucher ein, dies ohne Erklärung. Die BesucherInnen wurden so Teil einer elitären Kunstveranstaltung, allerdings
ohne Kenntnis der Regeln. Mira Keratová, Lucia Tkáčová, Kvalita Super No Problem photo documentation, 2004
Eine Aktion im MAK Wien, am Tag der EU-Osterweiterung, als die Slowakei der EU in feierlicher Weise beitrat. Als subversive Reaktion zur Öffnung des
Europäischen Marktes und zum Status der Slowakischen Kunst im aktuellen neo-Europäischen Kontext, wurde ein improvisierter Marktplatz im MAK veranstaltet
- mit Artefakten aus einem nicht-existierenden Kunstmarkt der Slowakei; eine Art do-it-yourself Export Slowakischer Kunst als Schwarzmarkt-Güter.
Richard Fajnor, Poor Performance photo documentation, since 1998
Hier richtet sich der Fokus auf den Künstler in eigener
Repräsentanz der Kunst. Richard Fajnor als Bettler „zugunsten der Kunst” auf der Straße mit einem Papierschild mit der Aufschrift
„Künstler in Not”. Diese Strategie soll nicht auf die existentielle Not des Überlebens verweisen, sondern die Aufmerksamkeit auf die
schlechte Lage der KünstlerInnen in den „Gesellschaften im Übergang” richten. Fajnor agiert hier in Vertretung vieler anderer, die trotz
mangelnder Rahmenbedingungen ihre Berufung als KünstlerInnen nicht aufgeben und in diesem Kontext mit überraschenden und kreativen Lösungen im
finanziellen und künstlerischen aufwarten. Roland Farkas, An Artist Has the Right to Just Lay around All Day Gazing at the Sky photo and
video documentation, 2002
Roland Farkas thematisiert den Kampf des Künstlers mit gewissen Vorurteilen der Gesellschaft, des Künstlers, der
allein auf sich gestellt ist und keinerlei Sicherheiten genießt. Der Satz „Ein Künstler hat das Recht, den ganzen Tag herumzuliegen und den Himmel
zu betrachten” wurde neben den Künstler platziert, der sich auf einem Lebensmittelmarkt in entspannter Weise positionierte. Diese Performance rief viele
irritierte Kommentare von PassantInnen hervor; der Konflikt endete schließlich mit dem Einsatz der Polizei, die von aufgebrachten BürgerInnen gerufen
wurde. The Egoart group (Viktor Frešo, Lukáš Haruštiak), Authors' Signing and Public Exposure of the Artists' Busts photo and video documentation, 2004
Eine Performance über den „positiven gewinnbringenden Aspekt des Künstlertums”. Die
Gruppe Egoart präsentiert sich als berühmte Persönlichkeiten oder in illegalen Interventionen. Inspiriert durch die fesselnden gesellschaftlichen
Machtspiele, präsentieren sich die Mitglieder von Egoart als ebenbürtig im Umgang mit Prominenz, indem sie in der Öffentlichkeit Autogramme vergeben
oder durch die öffentliche Darstellung ihrer eigenen Büsten. Henrich Boraros, Roland Farkaš, Szilárd Szabó, Csitt photo and video documentation, 2000-2003
Subversive künstlerische Aktion, die sich mit der Rezeption der Kunst auseinandersetzt (mit den
„art lovers” - Vernissagen-BesucherInnen). In einer slowakischen Kleinstadt präsentierten die drei Künstler Landschaftsmalereien, die sie zum
Spaß im Laufe eines Nachmittags produziert hatten. Das konservative Mainstream Publikum, sowie der Kurator der Ausstellung - der in das Konzept der
Künstler nicht eingeweiht war - fassten die Arbeiten als wichtige und seriöse Werke auf. Zu einem späteren Zeitpunkt wurden diese Arbeiten,
gemeinsam mit dem ihnen zugrunde liegenden Konzept in einer Gruppenausstellung zeitgenössischer Kunst in Bratislava präsentiert und danach zu einem
symbolischen Preis versteigert. Anetta Mona Chisa, Lucia Tkáčová, Action in Slovak National Gallery photo documentation,
2000
Unterwanderung einer Ausstellung - hier eine pompöse Retrospektive Slowakischer Kunst des 20. Jahrhunderts in der Slowakischen
Nationalgalerie in Bratislava. Am Eingang der Nationalgalerie waren die KünstlerInnen der Ausstellung aufgelistet. Anetta Mona Chisa und Lucia
Tkáčová fügten ihre eigenen Namen dieser Liste hinzu; diese Intervention wurde somit zu ihrem „Kunstwerk”, mit dem sie heimlich
zu dieser spektakulären repräsentativen Ausstellung beitrugen. Marek Kvetan, The Superartist poster, 2004
Mit dem
Projekt SUPERARTIST machte sich Marek Kvetan eine bösartige Slogan-Kampagne eines Unbekannten gegen ihn zueigen. Marek Kvetan wurde hier in der Stadt, in der
er lebt, als Psychopath, als pervers, usw. bezeichnet. Eine anonyme Kampagne, die sein Image zerstören sollte, zugleich aber öffentliche Aufmerksamkeit
auf den Künstler lenkte. Er dokumentierte diese Schriftzüge an den öffentlichen Wänden, gestaltete damit das Poster „Superartist”
und vervollständigte es mit einer Stadtkarte, in der alle Orte der Slogans angeführt waren. MODELL DES NEUEN NOMADISCHEN TYPUS. Service for Item Conservation, Museum and Archive of Nomadism Interaktiver Kunstraum und Multimedia Installation, 2008
Julia Erzberger
(HU, D) - Kata Mesterházy (HU) Als Servicestelle für FestivalbesucherInnen und EinwohnerInnen des Brunnenviertels mit Migrationshintergrund
wurden hier persönlich wichtige Gegenstände und Geschichten über Interviews und Fotografie erfasst und archiviert und nomadische Lebenswege
aufgezeichnet. Dafür wurde ein online-Raum (Website) geschaffen, als virtueller Safe der wichtigsten nomadischen Güter in digitalisierten 3D Abbildungen.
Dieses neue Archiv des Nomadismus war zeitgleich bei SOHO IN OTTAKRING einsehbar, und über die Website online gestellt (www.nomad-museum.com). Konzept: Recherche, Dokumentation, soziale Analyse, persönliche
Interviews. Interaktives online-Tagebuch persönlicher Objekte. Welche Objekte könnten die Existenz der neuen NomadInnen darstellen? Das Projekt
präsentiert einen Überblick zur Recherche und der Dokumentation und öffnet einen Speicherraum der Objekte neuer NomadInnen. Durch Prozesse der
Recherche und Interviews protokollieren wir moderne NomadInnen, mit ihren Gegenständen, Objekten, Dingen, die für sie wichtig sind und die sie auf ihren
nomadischen Wegen begleiten, gemeinsam mit denen ihnen anhaftenden Geschichten. Dafür wird ein Raum geschaffen, ein virtueller Safe der wichtigsten
nomadischen Güter in digitalisierten 3D Abbildungen. Da üblicherweise auf Reisen Dinge verloren gehen, haben wir hierfür einen online-Raum
geschaffen, der wie die Email Adresse zum einzigen Fixpunkt im Leben des nomadischen Menschen wird. Auf diese Art können diese wichtigen persönlichen
Gegenstände zumindest als Abbildung gespeichert werden, als Erinnerungsstücke, die auch gezeigt werden können, wie in einem Fotoalbum. Gleichzeitig
zeichnen sie die Spuren nomadischen Lebens auf, in Form der gesammelten Objekte auf den individuellen Wegen der einzelnen NomadInnen. Da Gegenstände immer mit
Erinnerungen verbunden sind, sind sie auch immer mit Geschichten verknüpft, die weiter erzählt werden sollen. Es sind daher eher die Geschichten der ganz
persönlichen Dinge, die den Speicherraum sehenswert werden lassen. Die Gegenstände selbst sind als Schlüssel zu verstehen, die den Zugang zu den
Geschichten öffnen, die uns sehr persönliche und tiefe Einblicke in das Leben moderner NomadInnen vermitteln. Die einzelnen Objekte werden rundum
fotografiert, sodass sie in der interaktiven Betrachtung im Web und in Multimedia-Anwendungen in 3D sichtbar sind. Jedes Objekt wird mit den jeweiligen
Informationen (Ursprung, erfolgte Reisen, persönliche Geschichten) präsentiert. TRANSBORDER / TRANSFRONTERA Durch
Umherziehen gekennzeichnete Lebensweise eines Menschen Zoltan Kunckel, HU/D/YV | Video 2008 Die Videoinstallation TRANSBORDER spielt mit den
verschiedenen nationalen und kulturellen Identitäten des Künstlers. Die Arbeit basiert auf seinem Leben als Migrant zwischen Caracas, Budapest und Berlin
- geprägt von den Höhen und Tiefen eines Vagabunden. In der Suche nach der Identität in einem nomadischen Lebensstil und den damit verbundenen
Ankünften und Abschieden. Auf sechs Bildschirmen beschreibt er visuell und über die Sprache scheinbar unvereinbare „Eigenschaften” und
streift dabei seine Kleidung wie Schichten von Eigen- und Fremdzuschreibungen ab. Dabei bleiben folgende Fragen wichtig: Wer repräsentiert wen wie? Wie wird
Definitionsmacht übertragen, wem wird sie abgesprochen? Die Suche nach Identität und der damit verbundenen Hinterfragung nationaler Identität,
bürokratischer Identität und politischer Identität. PRAYER WHEELS Gebetsmühlen für den freien Gedankenfluss
und positive Schwingungen HINTS Institute Budapest Tamas Ilauszky, Eszter Ágnes Szabó, Sonja Makrai 22.-25.Mai 2008
„we believe in the universal power of thought” Dalai Lama Interaktive Installation und Performance im Ragnarhof und
öffentlichen Raum. Interactive installation and performance, courtyard Ragnarhof and public space, Vienna Vierteilige Gebetsmühle und
Weltkarte angefertigt für die Festivalteilnahme SOHO IN OTTAKRING 08. Diese Gebetsmühle entspringt dem Buddhismus und wird zum
Straßenkunst-Objekt readaptiert mit Aussagen und ‚säkularisierten Mantras‘ - den Wünschen von MigrantInnen für ein neues Leben,
ein neues Heim, für Respekt, u.a. Die dazugehörige Weltkarte stellt eine Migrations-Karte dar, mit den Migrationsrouten wie z.B. von Osteuropa zum
Westen, von Mexiko zu den USA, von Afrika nach Südeuropa, Bangladesch nach Indien, Indien nach England, Pakistan nach Indien, usw. |