Close Encounters Wien, Bratislava, Budapest CLOSE ENCOUNTERS verbindet die drei
Kulturmetropolen Wien, Bratislava und Budapest in der Repräsentation zeitgenössischer Kunst, der Förderung von Begegnungen und der Entwicklung einer
„neuen Nähe”, die sich durch Reziprozität auszeichnet. CLOSE ENCOUNTERS wird getragen von KünstlerInnen und KulturakteurInnen der drei
Städte. Zielsetzung sind die Sensibilisierung einer möglichst breiten Öffentlichkeit für die jeweiligen Kunstszenen und für die Chancen,
die sich durch Synergien in diesem großen Kulturraum bieten. CLOSE ENCOUNTERS bildet ein aktives transnationales Netzwerk von KünstlerInnen,
KulturakteurInnen und TheoretikerInnen für einen nachhaltigen Austausch und zur Umsetzung der Kunstprojekte zwischen Wien, Bratislava und Budapest. Close
Encounters beginnt mit Präsentationen, Performances, DJ-lines und Publikationen in Wien und im Web. CLOSE ENCOUNTERS initiiert einen
grenzüberschreitenden Gedankenaustausch und ladet KünstlerInnen, KulturakteurInnen und TheoretikerInnen aus Wien, Bratislava und Budapest ein Kommentare
abzugeben zu NÄHE zwischen diesen Städten - in geographischer, historischer und emotionaler Hinsicht. Diese Kommentare werden als Kurzvideos online
gestellt und im Katalogbuch publiziert. Zielsetzungen - Entwicklung eines nachhaltigen grenzüberschreitenden
Kulturaustausches
- Förderung zeitgenössischer KünstlerInnen in MOEL
- Stärkung lokaler Initiativen und Szenen durch
transnationale Vernetzung
- Sensibilisierung einer möglichst breiten Öffentlichkeit für die jeweiligen Kunstszenen
- Wechselseitige
Beziehungen und neue Synergien zwischen den Kulturmetropolen
- Abbau von Ängsten und Vorurteilen
Aktivitäten
- Bildung eines grenzüberschreitenden Kulturnetzwerks Wien-Bratislava-Budapest
- Konzipierung gemeinsamer Ausstellungsprojekte, Performances, Kunst
im Öffentlichen Raum
- Erstellung einer kulturtheoretischen Analyse der historischen und geographischen Nähe dieser drei Städte - Chancen und
Hindernisse (Erinnerungspolitiken und Identitätskonstruktionen)
- Entwickung von Zukunftsperspektiven und Visionen für ein neues Beziehungsmodell
und dem endgültigen Abbau stereotyper Ost-West Kategorisierungen
Hintergrund CLOSE ENCOUNTERS nimmt die jüngst erfolgte
Fertigstellung der Autobahnverbindung zwischen Wien und Bratislava und der endgültigen Grenzöffnung durch die Schengen-Erweiterung zum Anlass für
die Entwicklung eines nachhaltigen kulturellen Austausches und fordert Freie Fahrt für neue Synergien! Damit soll auch ein Beitrag geleistet werden um
alteingefahrene Bilder in den Köpfen zu relativieren und die Überreste hartnäckiger Ost-West Kategorisierungen endgültig abzubauen.
Zwischen Wien und Bratislava, den nahesten beieinander liegenden Hauptstädten der Welt, hat sich der kulturelle Austausch seit der Wende 1989 nur sehr
langsam entwickelt. Die gegenseitige Repräsentanz künstlerischen Schaffens und die Realisierung gemeinsamer Kulturprojekte liegen 18 Jahre nach 89 noch
immer in keiner Relation zur räumlichen Nähe der zwei Städte. Eine Nähe, die ein enormes Potential an kultureller Vielfalt und Dichte in sich
birgt und zugleich bedingt, die Beziehungen zwischen Wien und Bratislava neu zu formulieren. Denn das vielzitierte historische Beziehungsmodell dieser Städte
in der K.u.K. Monarchie kann nur als Nostalgie-Motor funktionieren und muss von Zukunftsvisionen abgelöst werden. Bislang verliefen größere
kulturelle Manifestationen in diesem nachbarschaftlichen Umfeld eher sinusartig, jeweils zu gegebenen Anlässen, wie dem Fall der Grenze 89 oder der
EU-Osterweiterung 2004. Ende 2007 kam es zur langerwarteten Fertigstellung der Autobahn-verbindung Wien-Bratislava. Durch die Schengen-Erweiterung fielen
schließlich auch die Passkontrollen weg. Allerdings lehnte die Mehrheit der Österreicher diese endgültige Grenzöffnung ab aus Furcht vor
steigender Kriminalität. (Die Presse, 11.12.07: 75 % befürchten durch das Auslaufen der nationalen Grenzkontrolle einen Anstieg der
Kriminalität.) Unsere Nachbarn sehen das anders; so betonte z.B. der slowakische Ministerpräsident Fico, die Teilnahme seines Landes an der
Schengen-Zone sei das bedeutendste Ereignis seit der Wende 1989. Umso wichtiger sind jetzt die nachhaltige Intensivierung der Kontakte zwischen den
Kulturmetropolen Wien, Bratislava und Budapest in der Realisierung gemeinsamer Kunstprojekte zum Abbau von Ängsten und stereotypen Vorstellungen. Zur
effektiven praktischen Umsetzung grenzüberschreitender Kunst- und Kulturprojekte bedarf es dringend der verstärkten Schaffung geeigneter
Rahmenbedingungen auf kulturpolitischer Ebene. |